Fahrradgruppe

Mitglieder der Fahradgruppe des Klimabündnisses Region Rothenburg. Foto: Borée

Ein einziges Labyrinth ist der Weg vom Rothenburger Bahnhof in die Innenstadt – jedenfalls für Radler*innen, die nicht ortskundig sind. Nicht nur diesen Irrgarten will die Fahrradgruppe des Klimabündnisses Region Rothenburg angehen. Die Mitglieder haben sich zusammengefunden, um die Stadt und Region ein wenig fahrradfreundlicher zu gestalten. 

Es geht der Fahrradgruppe um eine schnelle und sichere Fortbewegung im Einklang mit der Umwelt. Denn einmal quer durch Rothenburg zu fahren, das sind höchstens vier Kilometer von Norden nach Süden. Keine Strecke, um das Auto zu benutzen. Gerade auf solchen kurzen Distanzen im Stadtverkehr mit vielen Stopps an Ampeln sind Autofahrten besonders klimaschädlich. Und das Fahrrad meist schneller. 

Befahrung der Rothenburger Fahrradachsen mit Oberbürgermeister Markus Naser (rechts) und Kurt Förster (links daneben). Gertrud Overmans (2. von links) erklärt die Wege. Foto: Borée

Eine Befahrung der Nord-Süd- und der Ost-West-Achse durch die Stadt zusammen mit dem Oberbürgermeister und Mitgliedern des Stadtrates Anfang Juni 2021 zeigte die Problemfelder in ihrer ganzen Breite auf. Gemischte Radwege gemeinsam mit Fußgängern zu nutzen, das führt dann oft dazu, dass die Fahrräder ausgebremst sind. 

An der Kreuzung Ansbacher Straße/Schlachthofstraße ließ sich gut beobachten, dass der Radweg im Nirwana endet. Und die Ampeln dort deutlich ungünstiger geschaltet sind als für Autos. Gerade die „Bettelampeln“, bei denen erst die Grünphase durch das Drücken einer Taste angefordert werden muss, führen an mehreren Stellen zu beinahe meditativen Wartezeiten. Ausfahrten von Seitenstraßen sind leider oft so gestaltet, dass die Autos auf dem Fahrradwegen halten müssen, um einen Überblick über die Verkehrslage der Hauptstraße zu gewinnen. Am Ende wurde so manches Mitglied des Stadtrates kreativ und entdeckte selbsttätig weitere Gefahrenstellen.

Natürlich ist die Verkehrsgestaltung oft ein Kompromiss für verschiedene Interessensgruppen. Doch Radler fühlen sich oft besonders hintenangestellt.

Die Fahrradgruppe hofft gerade darauf, dass beim bevorstehenden Ausbau der oberen Bahnhofstraße die Zweiräder weniger ausgebremst werden.

Nach einer weiteren Begehung der Ansbacher Straße vom Rödertor bis zum Hotel Post  

erfolgte nun eine Neubeschilderung durch die Stadt, nach der jetzt Fahrräder zumindest je nach Verkehrssituation entweder den Fußweg oder die Straße benutzen dürfen. 

Damit in der Innenstadt die Parkplatzsuche wegfallen kann, hat die Fahrradgruppe dort auch bereits in engem Kontakt mit dem Stadtbauamt detaillierte Vorschläge für Fahrradständer gemacht.